Die Geschichte des Schlosses
Die Gründung des Wilhelmiterklosters auch
unter dem Namen Kloster Rosenthal bekannt, erfolgte
nach Mutmaßungen von Bruckner im Jahre 1292
/ 93 durch den Ritter Gottfried von Katza. Der
Stifter des Klosters war reich begütert und
bei Fürsten und Bischöfen hoch angesehen,
denn nur wer Einfluss hatte konnte Klöster
stiften. Bereits im Jahre 1297 wurde das Kloster
Sinnershausen vom Bischof Würzburg als Burglehn
an Graf Berthold von Henneberg verkauft.
Das Kloster Rosenthal war in Folge seiner Bestimmungen
seines Gründers als Mönchenkloster eingerichtet
und mit Eremiten nach der Regel des heiligen Wilhelms
besetzt worden, stand deshalb nach Außen
unter der Inspektion des Bischofs von Würzburg
und im Inneren unter einem Prior. Das Kloster
brachte bald viele Güter an sich. Es wurde
von allen Seiten reich beschenkt und erwarb in
der näheren Umgebung Wiesen, Felder und Wälder.
Das Gesamt-Klostervermögen umfasste zirka
45 Ar Hofraum und Garten, 400 Ar Artland, 130
Ar Wiese, 600 Ar Wald und 10 Teiche, eine Brau-,
Schenk-, Mühl-, und Ziegelgerechtigkeit,
sowie eine auf 250 Stück berechtigte Schafhaltung.
Dazu gehörten unter anderem 2 Höfe zu
Hümpfershausen, der Kohlbachhof auf dem Rossberg,
das Rachengut in Öpfershausen, die Pfarrgerechtigkeit
in Unterkatz und Lehnschaften und Güter in
der Nähe Friedelshausen, Stepfershausen,
Wallbach, Metzels, Mehmels und in der Ferne. Grundbesitz
und Einkünfte reichten jedoch nicht aus,
um eine große Anzahl von Mönchen zu
ernähren.
Man behauptete sogar auf Grund eines Anschlages,
dass die Zahl von 12 Mönchen nicht überschritten
werden konnte, wenn diese ein sorgenfreies Leben
führen wollten. Das Kloster war von einer
Mauer umgeben. Die Klostergebäude, nahe dem
jetzigen oberen Tor, sollen einen kleinen Hof,
die Wirtschaftsgebäude nahe dem unteren Tore,
einen größeren Hof umschlossen haben.
Östlich lag die Mühle, westlich Schafstall
und Schäferhaus und südlich daneben,
dass Brauhaus. Die eigentlichen Klostergebäude
waren im gotischen Stil und wie aus den Mauerresten
zu schließen ist, aus Basalt erbaut worden.
Der Ort Sinnershausen hieß ursprünglich
Syndeloshusen und wechselte im Laufe der Jahre
in Namensformen wie zum Beispiel: 1325 Sindelashusen,
1489 Sindreßhausen, 1502 Sondershusen. Wobei
die Volksphantasie stark mitsprach und sprachliche
Parallelbildung auf die Umbildung des Ortsnamen
einwirkten. So entstand auch eine Sage über
die angebliche Gründung des Klosters: „Einst
entbrannte ein hennebergischer Graf, der zu Eckardts
wohnte mit einem Ritter von Friedelshausen (offenbar
handelt es sich hierbei um eine Verwechslung mit
Gottfried von Katza) über die Jagdgrenzen
in einen so heftigen Streit, dass dieser seinen
Gegner mit eigener Hand erschlug Von Reue gepeinigt
und von den Qualen seines Gewissens getrieben,
pilgerte er nach Rom um von Papst Absolution zu
verlangen.
Dieser habe ihm auch Sündenvergebung zugesichert,
wenn er an der Stelle der Freveltat ein Kloster
errichtet und darin seine Sünde büße.
Den ersten Stein dazu solle er von Rom selbst
in die Heimat tragen. Das tat er dann auch und
lebte selbst als Mönch in den von ihn genannten
Sünderhaus. So lautet die Sage, jedoch die
wahre Bedeutung des Ortes hat nichts mit dem Wort
„Sünde" zu tun. Sinnershausen
hat in seiner Geschichte zwei Perioden erlebt
bis zum Bauernkrieg war der Ort Kloster, danach
ein Wirtschaftsgut. Die aufrührerischen Bauern
vertrieben den Prior samt den Conventualen und
verheerten das Kloster durch Feuer, so dass nur
der kleine Seitenbau mit den Refektorium (Speisesaal),
einige Wände des Mönchenhauses und der
Kirche mit dem Weihkessel als traurige Zeugen
einstiger Klosterherrlichkeit übrig blieben.
Die Grafen von Henneberg zogen in die Klostergüter
ein. Finanzieller Mangel ermöglichte keinen
Wiederaufbau. Im Jahre 1529 war Anton Marschalk
von Ostheim zu Marisfeld Besitzer des Gutes, doch
noch im selben Jahr erscheint Fabian von Uttenhoven,
Amtmann zu Maßfeld, als Besitzer. Anfangs
nur Pfandweise, im Jahre 1537 kaufte er das Gut.
Als dieser 1560 starb war das Gut mit großen
Schulden belastet, so musste die Witwe mit ihren
unmündigen Kindern das Gut an den Grafen
Georg Ernst zurückgeben. 1562 verkaufte er
das Anwesen als Erblehngut an Philipp Schenk von
Schweinsburg.
Der neue Gutsherr machte sich um Sinnershausen
verdient. Er verbesserte die Gutgrundstücke,
machte die Teiche wieder tragbar und stellte die
notwendigen Wirtschaftsgebäude wieder her.
Er verwandelte die Kirche zum Teil in seine Behausung
um und fügte nach Westen hin noch einige
Hofgebäude hinzu. Über der an kleinen
Hof gelegenen Tür zum Eingang in das Kloster
war ein Stein mit dem Wappen des Gutsherrn angebracht
Dieser Stein befindet sich noch immer zu Sinnershausen.
Philipp Schenk verstarb am 21. Januar 1567 und
sein Sohn, Bernhard Schenk, übernahm als
er mündig war das Gut allein.
Nach Bernhard Schenks kinderlosem Tod ging das
Gut an seine Schwester Anna und durch Heirat an
den Marschall von Ostheim zu Waltershausen. 1680
verkaufte dieser an Wolf Siegmund von Volgstädt.
Aus Geldmangel musste auch er bereits im Jahre
1685 das Anwesen an Herzog Bernhard zu Sachsen-Meiningen
verkaufen. Im Jahre 1692 überließ Bernhard
der I seiner Gemahlin Elisabetha Eleonore das
Gut. Für Sinnershausen war die fürstliche
Besitzerin ein Segen, denn sie verbesserte das
Gutgrundstück erheblich. 1711 verkaufte die
Herzogin an ihren Sohn Anton Ulrich.
1727 war das Gut im Besitz der Familie Trier
und so kam es dann durch Erbfolge an seine einzige
Tochter Elisabetha Christiane, welche 1756 den
fürstlich, löwensteinischen Geheimrat
Hieronymus Heinrich von Hinkeldey geheiratet hatte
in den Besitz der Familie Hinkeldey. Hieronymus
Heinrich von Hinkeldey war Gründer einer
neuen Periode für Sinnershausen Die Erbschaft
einer großen Geldsumme befähigte ihn
den Adelsitz zu einem durch Natur, Bauten und
Luxus reizenden Lustort zu machen. Das ganze hatte
den Ausdruck einer Residenz im französischen
Stil. Nach seinem Tod am 19.07.1805, ging das
Gut an den ältesten Sohn den Regierungsrat,
Cal von Hinkeldey über.
1846 kaufte Oberforstinspektor Christian Heinrich
Karl von Hinkeldey die Anteile seiner Geschwister
und wurde somit alleiniger Besitzer des Gutes
1851 ging das Gut durch Verkauf an das Fürstenhaus
des Herzogs Bernhard von Sachsen-Meiningen. Dieser
vermachte es 1868 seinen Sohn. Herzog Georg verkaufte
1884 an Albin Börner aus Greussen. 1885 war
Arthur Reißig aus Leipzig Besitzer des Gutes
und danach war es im Besitz des Kommerzienrats
Dr. K. Reichhardt aus Dessau. Die Frau des Chemikers,
Anna Reichhardt geborene Seckendorf, übernahm
das Gut nach seinem Tod.
Im Jahre 1918 erwarb Konrad von Hausmann, Generalmajor
aus Berlin das Gut Sinnershausen, dieser starb
1923 und seine Witwe, Laura von Hausmann geborene
Engelhorn übernahm das Anwesen. Sie verkaufte
es im Jahre 1943 an Georg Hausmann zu Veckenstedt
1945 erfolgte auf Grund des Gesetzes der Bodenreform
im Lande Thüringen die Enteignung der von
Hausmanns. Somit ging das Schlossgebäude
ins Eigentum der Gemeinde Hümpfershausen
über. Während der Zeit von 1946 bis
1989 wurde das Haus als Kindergenesungs- bzw.Kinderkurheim
genutzt.
Von 1990 bis 1992 stand das Haus infolge ungeklärter
Eigentumsverhältnisse leer. Bereits im September
1992 fällt die Entscheidung des Ministeriums
für Gesundheit und Soziales Erfurt, die Thüringer
Jugendfeuerwehr soll künftiger Nutzer des
Kinderkurheimes werden. So begann man im Frühjahr
1993 mit den Aufräumungsarbeiten um das Gebäude
herum. Dieses befand sich in einem baulich sehr
schlechten Zustand.
Bis zum Jahre 1995 wurden nur Werterhaltungsmaßnahmen
durchgeführt Hierzu wurden Fördermittel
von der Denkmalpflege und vom Sozialministerium
bereitgestellt. Auch der Thüringer Feuerwehrverband
e.V. beteiligte sich mit finanziellen Mitteln.
Im November 1996 erfolgte die Bewilligung zur
Förderung von investiven Maßnahmen
im Bereich der Jugendhilfe für das Jugendausbildungs-
und Begegnungszentrum der Thüringer Jugendfeuerwehr
Schloss Sinnershausen in Form einer Anteilfinanzierung.
Diese Bewilligung wurde in 4 Jahresscheiben erteilt.
So wurden die Baumaßnahmen in der Zeit von
1996 bis 1999 durchgeführt und abgeschlossen.
Am 5. September des Jahres 1999 erfolgte die offizielle
Übergabe des Hauses.
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