Samstag 27.06.2009:
Zum 10. mal heißt es „Herzlich willkommen zum Landeszeltlager der Thüringer Jugendfeuerwehr“. In diesem Jahr wurden die Teilnehmer, Kinder im Alter von 6 – 18 Jahre mit ihren Betreuern vom Landesjugendfeuerwehrwart im Schloss Sinnershausen in Hümpfershausen begrüßt. Hier gibt es seit 10 Jahren die Jugendausbildungs- und Begegnungsstätte der Thüringer Jugendfeuerwehr. Wegen diesem Jubiläum findet das Jubiläumszeltlager auch hier statt. Die 200 Kinder und ca. 40 Betreuer erwartet in den nächsten sieben Tagen ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm. Das heißt natürlich nicht, dass die Kinder nur mit Aktionen berieselt werden, vielmehr sind die Angebote so ausgelegt, dass sich die Kinder selbst mit einbringen müssen. Wettbewerbe, Sport, Spiel und Spaß stehen im Vordergrund, die feuerwehrtechnische Ausbildung kommt aber auch nicht zu kurz. Für die 6 bis 9jährigen wurden die Wettbewerbe extra angepasst. Schließlich sollen alle ihren Spaß haben, und nicht frustriert wieder nach Hause fahren. Am Nachmittag kamen die ersten Jugendgruppen im Schloss an. Schnell wurden die Fahrzeuge entladen, die Zelte und persönlichen Sachen wurden die letzten Meter mit einem Multicar bis zum eigentlichen Zeltplatz gefahren. Nun wurden die Zelte aufgebaut und eingerichtet. Die Betreuer meldeten die Gruppen an und nahmen die Teilnehmer-T-Shirts entgegen. Für jeden gab es dazu noch einen Teilnehmerbutton. Nachdem alle Zelte aufgebaut und die Zimmer bezogen waren, gab es für alle das erste Abendessen. Gegen 19.30 Uhr, nach einer kurzen Einweisung und Begrüßung durch den Lagerleiter Carsten Wiedemann wurde das 10. Landeszeltlager vom Landesjugendfeuerwehrwart Jörg Deubert offiziell eröffnet. Holger Münch, Geschäftsführer der Thüringer Jugendfeuerwehr, wurde für seine Arbeit mit der Ehrennadel der Thüringer Jugendfeuerwehr in Silber ausgezeichnet. Für die frühere Geschäftsführerin, Ellen Jelinek, die im Jahre 2007 an den Folgen einer schweren Erkrankung verstarb, wurde ein Gedenkstein enthüllt, und die „Jelinek-Magnolie“ gepflanzt. Nach der offiziellen Eröffnung blieb den Kindern nun Zeit sich etwas kennen zu lernen, und bei einer kleinen Zeltlager-Disco Musik zu hören oder zu tanzen.




Sonntag 28.06.2009:
Heute konnten sich alle bei Sport und Spiel so richtig austoben. Gleich nach dem Frühstück begannen die Wettbewerbe im Volleyball und Völkerball. Ebenso konnten sich die Kinder beim Kegeln und Tischtennis messen. Das Tischtennisturnier wurde im KO-System ausgetragen, da sich 120 Kinder angemeldet hatten. An allen Stationen bildeten sich schnell kleine Gruppen, die genau aufpassten, dass sich alle an die Spielregeln hielten. Aber da es keine Probleme gab, hatten alle einfach nur viel Spaß. Nach dem Mittagessen und einer kleinen Ruhepause begannen die Wettbewerbe zum Spiel ohne Grenzen. An neun Stationen konnten sich die Kinder in den unterschiedlichsten Disziplinen messen. Ob beim Reifenzielwerfen, beim Armaturenkuppeln in der Wasserstraße oder den vielen Stationen, bei denen auf unterschiedlichste Art und Weise Wasser transportiert werden musste, die Kinder hatte jede Menge Spaß. Natürlich wurde auch so mancher Betreuer oder Schiedsrichter etwas nass, was den Spaß der Kinder noch enorm erhöhte. Die Gewinner der Spiele werden erst am letzten Abend bekannt gegeben. Die Spannung bleibt erhalten, gerade auch weil alle Ergebnisse in der Lagerolympiade gewertet werden. Die Kinder sammelten trockenes Holz für ein Lagerfeuer und von der Lagerleitung gab es Teig für Stockbrot. Leider reichte es nicht für alle Kinder, so dass für die nächsten Tage noch einmal Lagerfeuer und Stockbrot geplant wurde.




Montag 29.06.2009:
Am dritten Tag des Zeltlagers begannen gleich nach dem Frühstück die Fortsetzung der Turniere und Spiele vom Vortag. Da sich so viele Kinder und Jugendliche zu den Aktivitäten angemeldet haben, war es nötig am Folgetag die Entscheidungen zu den Turnieren noch auszuspielen. Nach dem Mittagessen teilte sich das Lager in zwei Gruppen auf. Die eine Hälfte fuhr mit Bussen in das Spaßbad nach Meiningen um sich im Wasser so richtig auszutoben, die andere Hälfte machte einen Besuch in der Märchenhöhle in Walldorf. Bis zum Abendbrot nutzten die Teilnehmer des Zeltlagers noch die freien Minuten um sich im Schlosspark mit den verschiedensten Freizeitaktivitäten die Zeit zu vertreiben. Nach dem Abendbrot begann für die Kleinen eine Filmvorführung, bei der kein Platz mehr frei war, im eigens dafür hergerichteten „Lagerkino“. Für die Jugendlichen ab 12 Jahren, wurde die Filmvorführung im Speisezelt durchgeführt. Da die Jugendfeuerwehr dieses Jahr mehrere Aktionen gegen „Rechtsextremismus“ durchführt, war dies auch Bestandteil des Filminhaltes. Die Jugendgruppenleiter und Betreuer der Kinder nutzten diese freien 90 Minuten um sich bei einer gemütlichen Runde ihre gesammelten Erfahrungen auszutauschen. Ohne große Vorkommnisse endete der dritte Tag gegen 24:00Uhr in den Zelten und Betten.




Dienstag 30.06.2009:
Wolkenfreier Himmel und strahlender Sonnenschein! Das war das Bild, was sich den Teilnehmern des Zeltlagers am Dienstagmorgen bot. Und das war auch das richtige Wetter für diesen Tag, denn es waren für beide Altersstufen Ausflüge geplant. Die Berufsfeuerwehr Gotha unterstützte uns dabei mit ihren Bus für Großschadenslagen, so dass die Teilnehmer nicht alle mit Ihren eigenen Autos fahren mussten. Die kleinen Jugendfeuerwehrmitglieder wanderten zur Ponde Rosa Range. Dies ist eine Anlage in der es einen Streichelzoo gibt und die kleinen auf Pferden reiten konnten. Auf den Rückweg wurden sie aber gefahren, da die Wanderstrecke zu lang war für die heißen Temperaturen. Die älteren wurden zum Point Alpha gefahren, welcher circa eine Stunde vom Schloss Sinnershausen entfernt ist. Der Point Alpha erinnert mit seinen originalen Gebäuden und Anlagen an die unglückselige Teilung Deutschland und den Schrecken des Kalten Krieges. Ergänzt durch die Anlagen der ehemaligen DDR und dem Haus auf der Grenze ist die Gedenkstätte ein einmaliges Zeitzeugnis des Machtkampfes zweier politischer Systeme – Nato und Warschauer Pakt. Das Lernen in dieser authentischen Atmosphäre sollte den Jugendlichen die Zahlen und Fakten aus den Geschichtsbüchern ein Gesicht geben, so dass sie dies besser verstehen würden. Die Jugendfeuerwehrmitglieder wurden in Gruppen aufgeteilt und durch eine professionelle Führung über das Gelände geleitet. Nachdem alle Gruppen das Schloss wieder erreicht hatten, gab es Abendbrot. Nach dieser Stärkung rufte Neptun mit seinen Keschern nach den Kindern und Jugendlichen. Mit viel Spaß wurde der ein oder andere getauft ob nun freiwillig oder nicht. Gegen 22:00Uhr startete die Nachtwanderung quer durch ein Teil des Rhöner Biosphärernreservat. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Lagerfeuer, bevor die Nachtruhe über das Lager herein brach.




Mittwoch 01.07.2009:
Der Mittwochvormittag konnte von allen eigenverantwortlich genutzt werden. Einige gingen Spazieren oder besuchten Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung. Andere lieferten sich spannende Duelle bei Spielen und Wettbewerben. Wieder andere nutzen die Zeit zum Aufräumen oder einfach mal zum Faulenzen. Nach dem Mittagessen, Gulasch mit Klößen, wurde die Nachmittagsveranstaltung vorbereitet. Auf großen Info-Tafeln stellten die Jugendfeuerwehren zum Thema „Extremismus-nicht mit uns.“ Mit Collagen und Plakaten zeigten die Kinder und Jugendlichen ihren Standpunkt zu diesem zurzeit oft diskutierten Thema. Bei einer Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmer Politikern Fragen zum Thema Mitbestimmung, Wählen gehen oder auch Demokratie in Schulen stellen. Interessant waren besonders die Meinungen zur Unterstützung der Jugend- und Jugendverbandsarbeit. So wurde auch wieder die notwendige Schaffung einer Stelle für einen Bildungsreferenten angemahnt. Das schöne warme Wetter sorgte im großen Zelt für eine nicht einfache Gesprächsführung, die der Moderator Max vom Landesjugendring aber sehr gut koordinierte. Viele Jugendlichen würden sich gern mehr zum Thema Politik informieren aber Parteiprogramme oder Informationen der Verbände stehen im Internet nur denen zur Verfügung, die auch einen entsprechenden Zugang haben. Gerade auf dem Land ist das leider nicht oft der Fall, was auch unser Ö-Team jeden Tag hier im Lager merken muss. Viele Minuten warten, bis sich eine Seite aufbaut, um dann entnervt festzustellen, dass wegen der Zeitüberschreitung keine E-Mail empfangen oder gesendet werden kann. Von einer rechtzeitigen Aktualisierung der Internetseiten des Zeltlagers mal ganz zu schweigen.
Für die 6 bis 9jährigen fand in der Zwischenzeit ein ganz anderes Programm statt. Bei Sport und Spiel mit Go-Cars, Riesenski und Pedalos oder auch beim Gummistiefelweitwurf maßen sich die Teams. Ein Herr vom Nationaltheater Weimar brachte den Kindern die Arbeit eines „Effektmachers“ nah. Mit den unterschiedlichsten Requisiten wurden die ulkigsten Geräusche gemacht oder es begann plötzlich zu schneien. Mit zwei „freiwilligen“ Helfern wurde das Stück „Romeo und Julia“ in einer etwas moderneren Art dargeboten. Wer wusste denn schon, dass sich die beiden wegen einer Bockwurst ums Leben brachten. Abschluss war ein kleines Feuerwerk, welches den Kindern viele „Oh’s“ und „Ah’s“ entlockte. Die Feuerwehrunfallkasse Mitte war mit einem Infostand vertreten und auch die Brandschutzerziehung wurde vorgestellt. Mit den Demonstrationen der Rauch- und Explosionshäuser konnten auch die Kleinsten die Wichtigkeit der Nutzung von Rauchmeldern und dem sicheren Umgang mit dem Feuer erkennen.
Gegen 18:00 Uhr begann für geladene Gäste die kleine Festveranstaltung zum Jubiläum des Schlosses und des Landeszeltlagers. Ehrengäste waren unter anderem der Innenminister Herr Scherer und die Sozialministerin Frau Lieberknecht, welche auch die Schirmherrin der Veranstaltung war. Neben einigen Grußworten der Gäste wurden auch zwei Präsentationen zur Geschichte des Schlosses und der Landeszeltlager gezeigt. Im Verlauf der Festveranstaltung konnten einige Anwesende ausgezeichnet werden. Nach der Festveranstaltung informierten sich unsere Gäste aus der Politik über das aktuelle Zeltlager. Bei einem Rundgang bewerteten sie auch die Ergebnisse unseres Mal- und Bastelwettbewerbes zum Thema „‘Unsere Welt ist bunt!“. Beim Besuch in den beiden Zeltstädten konnten die Kinder und Jugendlichen den Politikern hautnah begegnen und mit ihnen ins Gespräch kommen.
Der Abend ging für die Zeltlagerteilnehmer mit einer fetzigen Disco, moderiert von DJ Matze, zu Ende. Der absolute Höhepunkt jedoch wartete auf die Kinder nach der Disco. Ein Feuerwerk der Extraklasse wurde in den himmel geschossen. Alle Kinder waren begeistert, auch wenn einige ganz kleine wegen dem Knallen etwas Angst hatten.




Donnerstag 02.07.2009:
Strahlender Sonnenschein und warmes Wetter, so begann der Tag 6. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden die Stationen für das Geländespiel aufgebaut. Ab um 9 wurde es dann ernst. Die ersten Mannschafte machten sich auf den Weg der 7 Kilometer langen Strecke. An den neun Stationen konnten die Teilnehmer zeigen, was sie gelernt hatten. Erste Hilfe am Unfallort, Knoten und Gerätekunde und der Aufbau einer Löschübung gehörten genauso zu den Aufgaben wie das Überwinden eines Hindernisparcours, Schlauchkegeln und Go-kart fahren. An einem Info-Stand der regionalen Jägervereinigung mussten Fragen rund um Flora und Fauna der Einheimischen Wälder beantwortet werden. Nach vier Stunden war die Strecke endlich geschafft, und alle waren froh sich ausruhen zu können. Besonders die Betreuer waren geschafft, die Kinder tobten weiter im Lager herum. Nach dem Abendessen war die Siegerehrung für die Wettbewerbe der vergangenen Tage. Viele Urkunden und Pokale wurden an die Mannschaften überreicht. Gesamtsieger der Zeltlagerolympiade wurde die Jugendfeuerwehr aus Frienstedt. Gruppenfotos wurden gemacht, und das Zelt für den Abschlussabend vorbereitet. DJ Matze begleitete den Abend mit seiner stimmungsvollen Musik und brachte das ganze Zelt zum Kochen. Höhepunkt des Abends war die Miss- und Misterwahl. 16 Paare aus den Jugendfeuerwehren stellten sich dem Publikum, und den Aufgaben der Jury. Verschiedene Tanzwettbewerbe und Geschicklichkeitsspiele mussten absolviert werden, bis die Sieger dann endlich fest standen. Jeweils für die Altersklasse bis zehn und bis achtzehn Jahre gab es einen Mister und eine Miss. Als Zeichen ihres Sieges bekamen sie jeweils eine Siegerschleife.



